Künstlerportraits Die Menschen hinter den Werken
Lernen Sie die Künstlerinnen und Künstler kennen, die Touched by Art prägen.
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Jedes Tandem vereint zwei individuelle künstlerische Handschriften und Lebensgeschichten. Die folgenden Porträts stellen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vor. Dabei wird sichtbar, wie unterschiedliche Erfahrungen, Ausdrucksformen und Perspektiven miteinander in Dialog treten – und wie aus diesem Austausch Werke entstehen, die beide Positionen bereichern und weiterentwickeln.
Jenny Martin & Katrin Kampmann
Eines der Tandems verbindet die Berliner Malerin Katrin Kampmann und die Wiesbadenerin Jenny Martin. Martin arbeitet seit über zehn Jahren im Kollektiv „Atelier Mal_anders“ der EVIM Teilhabe, das unter der Leitung des Künstlers Artjom Chepovetskyy einen inklusiven Raum für kreativen Austausch und professionelle Entfaltung bietet.
Katrin Kampmann wiederum hat freie Malerei bei K.H. Hödicke an der Universität der Künste Berlin studiert. Seither hat die Meisterschülerpreisträgerin ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen international präsentiert. Ihre Malerei bewegt sich virtuos im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion. In komplexen farblichen Schichtungen verwebt sie persönliche Erinnerungen mit kollektiven kulturellen Narrativen, Bezügen zur Kunstgeschichte und Literatur.
Vor einem schweren Unfall, dessen Folgen Jenny Martins kognitiven Fähigkeiten einschränken, war sie leidenschaftliche Motorradfahrerin: Als Autodidaktin hat sie eine ausdrucksstarke Bildsprache entwickelt, um mit Acrylfarben und Ölkreiden auf mittelgroßen Formaten verspielte, farbenfrohe Kompositionen, die sowohl in der Porträt- als auch in der Landschaftsmalerei ihren Ausdruck finden, entstehen zu lassen. Die Künstlerin hat an zahlreichen regionalen wie überregionalen Ausstellungen teilgenommen. Bei der Themensuche für „Touched by Art“ fand Katrin Kampmann in Jennys Lebenswelt genau den Impuls, der ihre Augen zum Leuchten bringen konnte: Die hellblaue Kawasaki 1000 Z1-R, die Faszination für Geschwindigkeit und Jenny Martins Musik. Durch die Türen des gemeinsamen Ateliers hallten während des Arbeitsprozesses die Gitarrenriffs von Uriah Heep und Deep Purple – Bands, deren Konzerte Jenny vor ihrem Unfall besucht hatte. Die vitale Energie dieser Erinnerungen haben beide Frauen synergetisch auf die Leinwand übertragen.
„Wir begegnen uns als Menschen auf Augenhöhe, und an manchen Stellen habe ich Jenny mit ihrer Kunst ein wenig tragen können“, resümiert Kampmann über das Projekt. In der finalen Arbeit verschmilzt ihr prozesshaft-freier, vielschichtiger Stil organisch mit Martins greifbarer, fast realistischer Rekonstruktion der Unfall-Kawasaki. Das Resultat ist ein ästhetisch dichtes Werk und ein kraftvolles Manifest für gelebte Inklusion im zeitgenössischen Kunstdiskurs.
Eco Sengezer & Susanne Zuehlke
Unter dem Leitgedanken von Freiheit und Individualität arbeiten die Karlsruher Künstlerin Susanne Zuehlke und Eco Sengezer aus Kiedrich zusammen. Zuehlke studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und zählt heute zu den profiliertesten Vertreterinnen der abstrakten Malerei. Ihre Werke sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und die Sammlung Würth, und wurden in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt – von New York über Seoul bis Ägypten.
Eco Sengezer lebt betreut in einer Wohneinheit auf dem Eichberg. Er malt regelmäßig im Künstlerhaus 6 der Vitos Klinik, die von dem Künstler Helmut Mair geleitet wird. Malen gibt ihm Sinn und Entlastung: Seine Bilder entstehen rauschhaft, impulsiv und exzessiv – im Kampf gegen traumatische Erinnerungen und die Unzufriedenheit in seiner aktuellen Situation. Er malt mit allem, was greifbar ist: Kaffeetassen, Keilrahmen, Sprühflaschen, den eigenen Händen. Bildtitel entstehen assoziativ während des Malprozesses und werden manchmal direkt ins Bild geschrieben. Nicht Gelungenes wird ebenso radikal übermalt.
Zuehlkes Malerei ist in der Neuen Abstraktion verortet, Ecos Werk ist purer Ausdruck und zugleich Struktur. Diese Offenheit prägt die Zusammenarbeit und macht den Prozess intensiv und unvorhersehbar. In Sequenzen gemeinsamer und getrennter Arbeitsphasen gaben sich die beiden gegenseitig Impulse und schufen ein gemeinsames, großformatiges Triptychon.
Oliver Schwarz & Marion Eichmann
Schon im Vorabgespräch waren sich die Berliner Künstlerin Marion Eichmann und Oliver Schwarz sympathisch und freuten sich auf die Zusammenarbeit. Eichmann studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und erregte bereits mit ihrer Abschlussarbeit als Meisterschülerin internationales Aufsehen. Es folgten Arbeitsaufenthalte in Tokyo, New York und Istanbul sowie die Einladung Arbeiten für den Deutschen Bundestag zu entwickeln, woraus sich eine Ausstellung im Deutschen Bundestag ergab. 24 Arbeiten davon sind dauerhaft im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zu sehen. In den Jahren 2022, 24 und 25 wurde sie von Hermès eingeladen, „artist windows“ zu gestalten.
Oliver Schwarz ist Mitglied des Offenen Ateliers der EVIM Teilhabe Wiesbaden, das im Rahmen der kunstpädagogischen Angebote der Internen Tagesstruktur von der Künstlerin und Kunsttherapeutin Julia Isterling begleitet wird. In seiner Arbeit erkundet er auf abstrahierte Weise Kraft und Dynamik, sowie das Fremdsein in der Gesellschaft. Dafür dienen ihm das Medienphänomen Godzilla und reale Insekten als Metaphern. Kunst ist für ihn eine Brücke zu den Menschen und vermittelt die Schönheit einer andersartigen Existenz. Klänge nimmt er synästhetisch wahr, so dass er seine Malerei und Drahtskulpturen unter anderem dafür nutzt, Musik sichtbar zu machen.
Gemeinsam ist dem Tandem der Blick für‘s Detail, den Eichmann in Wiesbaden mit einer faszinierenden Arbeit über die Fassade des Palast Hotels umsetzt, in dem die temporären Ateliers des Projektes „Touched by Art” untergebracht waren. In der Zusammenarbeit gab es einen Schlüsselmoment: Durch das Fokussieren auf ein Detail, möglich geworden durch eine neue künstlerische Herangehensweise, kann Schwarz in seinem Umfeld die Reizüberflutung ausblenden. „Ich kann jetzt die Details in meiner Umwelt besser voneinander trennen und kann viel gelassener durch die Straßen gehen“, so Schwarz.
Lina Schreiber & Miriam Vlaming
Manchmal fehlen die richtigen Worte – dann übernehmen Farben, Formen und Bilder die Kommunikation. Auf dieser Ebene entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit der Berliner Künstlerin Miriam Vlaming und Lina Schreiber aus Wiesbaden: Als ein künstlerischer Dialog, in dem zwei unterschiedliche Bildwelten aufeinandertrafen und sich zu einer gemeinsamen Sprache verdichteten.
Miriam Vlaming zählt zu den profilierten weiblichen Positionen im Umfeld der Neuen Leipziger Schule. Sie studierte bei Arno Rink und Neo Rauch. Ihre Malerei entwickelt sich aus Erinnerung, historischen Bildquellen, inneren Landschaften und traumartig verdichteten Inszenierungen. Figur, Natur und Raum verbinden sich in ihren Arbeiten zu zeitlos wirkenden, psychologisch aufgeladenen Bildwelten.
Lina Schreiber ist Mitglied des Offenen Ateliers der EVIM Teilhabe Wiesbaden, das von der Künstlerin und Kunsttherapeutin Julia Isterling begleitet wird. In der Kunst findet sie eine Möglichkeit, auszudrücken, was sich sprachlich nur schwer fassen lässt – und einen Weg damit umzugehen. Besonders faszinieren sie die Kontraste zwischen dem von außen sichtbaren und den inneren Welten, die sich dahinter verbergen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit schreibt sie und spielt Instrumente.
In der gemeinsamen Arbeit verbanden sich die sehr unterschiedlichen Stile der beiden Künstlerinnen zu einer eigenen, faszinierenden Bildsprache. Dabei zeigte sich schnell, dass Vorschläge der einen häufig mit Ideen der anderen korrespondierten. So entstand eine gemeinsame Vorstellung von Motiv, Atmosphäre und Ausdruck des Werkes. „Ich habe die Schrift nicht selbst entwickelt, nur als Kind gelernt – es ist keine Sprache, sondern nur eine Schrift.“ Dieser Satz von Lina Schreiber wurde zu einem poetischen Schlüssel der Zusammenarbeit: ein Hinweis auf eine innere Welt, die nicht über Sprache, sondern über Zeichen, Bilder und künstlerische Entscheidungen sichtbar wird. In dem gemeinsamen Werk findet diese besondere Form des Ausdrucks.
Julia Collet & Helge Leiberg
Julia Collet aus Wiesbaden ist seit mehreren Jahren künstlerisch aktiv und Mitglied des Offenen Ateliers der EVIM Teilhabe Wiesbaden, das von der Künstlerin und Kunsttherapeutin Julia Isterling begleitet wird. Ihre Kunst versteht sie als Ausdruck ihrer inneren Welt und privaten Mythologie: Auf Zeichenkarton und Leinwand, mit Acryl, Aquarell, Buntstift und Tusche, aber auch skulptural aus Stoff, Ton und Häkelobjekten erkundet sie faszinierende Themen wie Genforschung oder das Leben von Flusskrebsen und Krill. Ihre Arbeiten entstehen aus dem Moment heraus und zeigen eine unmittelbare, experimentelle und zutiefst persönliche Form des Ausdrucks.
An ihrer Seite arbeitet Helge Leiberg, der seit Jahrzehnten international ausstellt. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und lebt heute in Berlin und im Oderbruch. Sein interdisziplinäres Werk umfasst Malerei, Zeichnung, Grafik, Skulptur, experimentelle Filme und Performances. Er ist in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten u.a. in der Sammlung Würth. 2005 nahm er an der Biennale Peking teil, 2015 an der Biennale Venedig und 2023 wurde er mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten von Brandenburg für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
In der gemeinsamen Arbeit geht Leibergs dynamische, in Bewegung aufgelöste Bildsprache eine kraftvolle Verbindung mit Collets aktueller Motivik ein – der Sense. Ein Werkzeug, das zugleich Ernte und Vergänglichkeit verkörpert und in der Begegnung der beiden Künstler eine neue, vielschichtige Bedeutung gewinnt. Es entstanden mehrere einzelne Gemälde und ein großes Gemeinschaftswerk.
Tobias Nauheim & René Dantes
Tobias Nauheim besucht die Friedrich von Bodelschwingh Schule und bringt eine früh entwickelte, experimentierfreudige künstlerische Praxis in die Zusammenarbeit ein. Seit 2021 ist er regelmäßig in der Kunstwerkstatt „eigenArt“ in Wiesbaden aktiv, wo er unter der Anleitung der Künstlerinnen Julia Isterling und Annette Caumanns-Loos seine Techniken weiterentwickelt und bereits an mehreren Ausstellungen teilnahm. Bereits im selben Jahr wurde ein von ihm gestaltetes Plakat zum Thema Umweltschutz von der Stadt Wiesbaden für eine Ausstellung im Rathaus ausgewählt und mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt.
An seiner Seite arbeitet René Dantes, der eine klassische akademische Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie an der École des Beaux Arts in Paris absolvierte. Seither bewegt er sich zwischen Malerei und Bildhauerei. Der mit mehreren Kunstpreisen und Stipendien ausgezeichnete Künstler hat mit seinen großformatigen Skulpturen und Denkmälern im öffentlichen Raum in vielen Städten Deutschlands bleibende Zeichen gesetzt. Ebenso findet man seine Werke in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen.
Im gemeinsamen Prozess trifft jugendliche Unmittelbarkeit auf internationale Erfahrung: Tobias‘ Neugier und sein Wunsch, neue Techniken zu erproben, begegnen Dantes‘ Haltung, die gestische Offenheit mit formaler Präzision verbindet.
Jens Göbel & Silvia Willkens
Jens Göbel ist seit 2010 im Facettenwerk Aarbergen tätig, einer Werkstattstruktur, in der das gestalterische Arbeiten mit Holz fester Bestandteil seines Alltags ist. Zuvor absolvierte er eine Ausbildung in der Werkstatt EVIM Teilhabe der Schlocker Stiftung in Hattersheim. Seine künstlerische Praxis ist eng mit dem Experimentieren und dem unmittelbaren Tun verbunden.
Silvia Willkens studierte Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie Kunstgeschichte in Stuttgart und Mainz, wo sie ihr Staatsexamen ablegte. Seither arbeitet sie freischaffend und hat zahlreiche internationale Studien- und Arbeitsaufenthalte unternommen – von Kalifornien über den Senegal und Burkina Faso bis nach Georgien und Italien. Ihr Werk wurde mit dem Kunstpreis Junge Kunst des Landes Rheinland-Pfalz sowie dem Kunstpreis für Malerei der Stadt Bad Kreuznach ausgezeichnet. Ihre Kunst-am-Bau-Projekte reichen von Fassadengestaltungen bis hin zu preisgekrönten Wettbewerbsbeiträgen, zuletzt der Lesehof der neuen Stadtbibliothek Bingen.
Im Tandem entsteht ein Austausch zwischen handwerklicher Direktheit und konzeptueller Weite: Göbels verwurzelter, materialbezogener Ausdruck begegnet Willkens‘ erweitertem kulturellen Erfahrungshorizont und ihrer zeichnerisch-malerischen Praxis – und schafft so eine Zusammenarbeit, die beide Positionen auf unerwartete Weise bereichert.
Heinz Römer & Thomas Reifferscheid
Heinz Römer führte lange ein Leben als Gerüstbauer und Familienvater – mit Frau, zwei Kindern und einem kleinen, hart erarbeiteten Wohlstand. 1989 veränderte ein Sturz aus sechs Metern Höhe sein Leben grundlegend. Er überlebte schwere Kopfverletzungen und zehn Monate im Koma, und fand im Christian-Groh-Haus der IFB-Stiftung sein neues Zuhause. Seiner Familie blieb er stets herzlich verbunden und als mehrfacher Großvater freut er sich heute auf die Goldene Hochzeit mit seiner Frau. Das Malen wurde für ihn zu einem wichtigen Ausdrucks- und Entlastungsraum: Seine Arbeiten entstehen spontan, direkt und stark aus dem Moment heraus.
Thomas Reifferscheid studierte Bildhauerei an der Alanus-Kunsthochschule in Alfter bei Bonn. Sein Werk umfasst großformatige skulpturale Arbeiten, die ihn zu internationalen Bildhauersymposien und in bedeutende öffentliche Sammlungen geführt haben, darunter das Museo de Arte Moderno in Toluca sowie Kunst im öffentlichen Raum in Dubai, Brisbane und Wiesbaden. Seine Praxis ist geprägt von Materialforschung, Raumbezug und einer langjährigen Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland.
Im gemeinsamen Arbeiten treffen existenzieller Ausdruck und skulpturale Formfindung aufeinander: Römers unmittelbare, biografisch verwurzelte Bildsprache begegnet Reifferscheids konzeptueller Präzision und internationaler Erfahrung.
Thomas Martin & Eva Ohlow
In diesem Tandem begegnen sich sehr unterschiedliche künstlerische und biografische Perspektiven. Thomas Martin lebt in einem eigenen Appartement im Wohnverbund der Werkgemeinschaft und bringt eine große Leidenschaft fürs Malen mit. Seine Arbeiten sind frei, kindlich-offen und zugleich überraschend eigenständig mit einem ganz persönlichen Umgang mit Perspektive und Raum, der nicht an Konventionen gebunden ist und dadurch eine besondere Authentizität besitzt. Im Rahmen der Gestaltung des Tages im Wohnverbund malt er viel und gerne, auch wenn er sich selbst oft wenig zutraut. Im zwischenmenschlichen Kontakt ist er ein offener, wertschätzender und im Wohnheim sehr beliebter Mensch. Wenn Musik läuft, kann es vorkommen, dass er spontan zu tanzen beginnt.
Eva Ohlow bringt eine jahrzehntelange künstlerische Ausbildung und Ausstellungserfahrung mit. Sie studierte unter anderem an der Werkschule Köln und der Hochschule für Design Wuppertal und war seither freischaffend tätig, mit internationalen Arbeitsaufenthalten in Afrika, Indien, Togo und den USA sowie bedeutenden Kunst-am-Bau-Projekten, die von Hamburg bis Köln reichen. Ihre Werke befinden sich etwa im Deutschen Arbeitsschutzmuseum Dortmund und im Dekanat Wiesbaden, ihre Ausstellungen führten sie von Seoul über Mexiko bis nach Peking.
Ralf Ullrich & Renata Tumarova
Ralf Ullrich stieß 2016 zum Malprojekt Atelier Mal_anders EVIM Teilhabe Wiesbaden und fand seither in der kollektiven Atelierarbeit ein lebendiges Feld künstlerischer Entwicklung. Schon früh zeichnete sich eine besondere Sensibilität im Umgang mit Farbe und Struktur ab, die er seitdem kontinuierlich verfeinert hat. Seine großformatigen Acrylarbeiten, vorwiegend als „Farblandschaften“ betitelt, eröffnen abstrakte Bildräume, die zwischen Ruhe und Bewegung changieren. Ausgangspunkt seines Schaffens ist die Farbe selbst: nicht als Illustration, sondern als eigenständiges Medium, das er frei setzt, überlagert und räumlich erprobt. Seine Malerei bleibt dabei stets suchend und offen – ein poetisches Balancieren zwischen Experiment, Spiel und kontemplativer Tiefe.
Renata Tumarova studierte zunächst an der Akademie der Künste in St. Petersburg und setzte ihr Studium der Freien Malerei an der Universität der Künste Berlin fort. Seither ist sie international ausstellend tätig, von Washington D.C. über Miami bis Zürich und Seoul. Ihre Werke befinden sich in der TRUMPF Kunstsammlung Ditzingen sowie der Dorothea Konwiarz Stiftung Berlin und wurden mit dem Dorothea Konwiarz Preis ausgezeichnet.
Im gemeinsamen Arbeiten entsteht ein Dialog zwischen struktureller Bildforschung und expressiver Farbsetzung: Ullrichs intuitiv-experimenteller Zugang begegnet Tumаrovas fundierter malerischer Praxis und zeitgenössischer Bildauffassung und zeigt einmal mehr, wie im gemeinsamen Arbeiten neue Formen des Sehens, Denkens und Gestaltens entstehen können.