Begegnungen im Mai Zweiter Monat für ein Atelier voller Künste
Nachdem die ersten „Touched by Art“-Tandems im April den Anfang gemacht haben, verwandelte sich mit der zweiten Gruppe im Mai das Palast Hotel Wiesbaden wieder in ein Atelier der Künste.
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Heinz Römer & Thomas Reifferscheid
Das Malen wurde für Heinz Römer nach einem Unfall zu einem wichtigen Ausdrucks- und Entlastungsraum: Seine Arbeiten entstehen spontan, direkt und stark aus dem Moment heraus. Thomas Reifferscheids Werk umfasst großformatige skulpturale Arbeiten, die ihn zu internationalen Bildhauersymposien und in bedeutende öffentliche Sammlungen geführt haben, darunter das Museo de Arte Moderno in Toluca sowie Kunst im öffentlichen Raum in Dubai, Brisbane und Wiesbaden. Im gemeinsamen Arbeiten treffen existenzieller Ausdruck und skulpturale Formfindung aufeinander: Römers unmittelbare, biografisch verwurzelte Bildsprache begegnet Reifferscheids konzeptueller Präzision und internationaler Erfahrung.

Foto: Thomas Reifferscheid und Heinz Römer
Tobias Nauheim & René Dantes
Tobias Nauheim bringt eine früh entwickelte, experimentierfreudige künstlerische Praxis in die Zusammenarbeit ein. Seit 2021 ist er regelmäßig in der Kunstwerkstatt „eigenArt“ in Wiesbaden aktiv, wo er unter der Anleitung der Künstlerinnen Julia Isterling und Annette Caumanns-Loos seine Techniken weiterentwickelt und bereits an mehreren Ausstellungen teilnahm. Er bildete ein Tandem mit René Dantes, der sich zwischen Malerei und Bildhauerei bewegt. Der mit mehreren Kunstpreisen und Stipendien ausgezeichnete Künstler hat mit seinen großformatigen Skulpturen und Denkmälern im öffentlichen Raum in vielen Städten Deutschlands bleibende Zeichen gesetzt. Ebenso findet man seine Werke in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Im gemeinsamen Prozess trifft jugendliche Unmittelbarkeit auf internationale Erfahrung.

Foto: Tobias Nauheim und René Dantes
Ralf Ullrich & Renata Tumarova
Ralf Ullrich stieß 2016 zum Malprojekt Atelier Mal_anders der EVIM und fand seither in der kollektiven Atelierarbeit ein lebendiges Feld künstlerischer Entwicklung. Ausgangspunkt seines Schaffens ist die Farbe selbst. Seine Malerei bleibt dabei stets suchend und offen – ein poetisches Balancieren zwischen Experiment, Spiel und kontemplativer Tiefe. Renata Tumarova ist international ausstellend tätig. Ihre Werke befinden sich in der TRUMPF Kunstsammlung Ditzingen sowie der Dorothea Konwiarz Stiftung Berlin und wurden mit dem Dorothea Konwiarz Preis ausgezeichnet. Im gemeinsamen Arbeiten entsteht ein Dialog zwischen struktureller Bildforschung und expressiver Farbsetzung: Ullrichs intuitiv-experimenteller Zugang begegnet Tumаrovas fundierter malerischer Praxis und zeitgenössischer Bildauffassung und zeigt einmal mehr, wie im gemeinsamen Arbeiten neue Formen des Sehens, Denkens und Gestaltens entstehen können.

Foto: Ralf Ullrich und Renata Tumarova
Thomas Martin & Eva Ohlow
Thomas Martin lebt im Wohnverbund der Werkgemeinschaft und bringt eine große Leidenschaft fürs Malen mit. Seine Arbeiten sind frei, kindlich-offen und zugleich eigenständig mit einem persönlichen Umgang mit Perspektive und Raum, der nicht an Konventionen gebunden ist und dadurch eine besondere Authentizität besitzt. Im Rahmen der Gestaltung des Tages im Wohnverbund malt er viel und gerne, auch wenn er sich selbst oft wenig zutraut. Wenn Musik läuft, kann es vorkommen, dass er spontan zu tanzen beginnt. Eva Ohlow bringt eine jahrzehntelange künstlerische Ausbildung und Ausstellungserfahrung mit. Sie ist freischaffend tätig, mit internationalen Arbeitsaufenthalten in Afrika, Indien, Togo und den USA sowie bedeutenden Kunst-am-Bau-Projekten, die von Hamburg bis Köln reichen. Ihre Werke befinden sich etwa im Deutschen Arbeitsschutzmuseum Dortmund und im Dekanat Wiesbaden, ihre Ausstellungen führten sie von Seoul über Mexiko bis nach Peking.

Foto: Thomas Martin und Eva Ohlow
Jens Göbel & Silvia Willkens
Jens Göbel ist seit 2010 im Facettenwerk Aarbergen tätig, einer Werkstattstruktur, in der das gestalterische Arbeiten mit Holz fester Bestandteil seines Alltags ist. Zuvor absolvierte er eine Ausbildung in der Werkstatt EVIM Teilhabe der Schlocker Stiftung in Hattersheim. Seine künstlerische Praxis ist eng mit dem Experimentieren und dem unmittelbaren Tun verbunden. Silvia Willkens arbeitet freischaffend und hat zahlreiche internationale Studien- und Arbeitsaufenthalte unternommen. Ihr Werk wurde mit dem Kunstpreis Junge Kunst des Landes Rheinland-Pfalz sowie dem Kunstpreis für Malerei der Stadt Bad Kreuznach ausgezeichnet. Im Tandem entsteht ein Austausch zwischen handwerklicher Direktheit und konzeptueller Weite: Göbels verwurzelter, materialbezogener Ausdruck begegnet Willkens‘ erweitertem kulturellen Erfahrungshorizont und ihrer zeichnerisch-malerischen Praxis – und schafft so eine Zusammenarbeit, die beide Positionen auf unerwartete Weise bereichert.

Foto: Jens Göbel und Silvia Willkens